Die LMU-Fraktion im Gemeinderat Niefern-Öschelbronn nimmt die wachsenden Proteste rund um die geplanten Container-Unterkünfte für Geflüchtete sehr ernst – und ruft gleichzeitig zu einer sachlichen, lösungsorientierten Debatte auf.

Wenn Bürgerinnen und Bürger sich kritisch äußern, ist das legitim und wichtig. Doch es stellt sich für uns als gewählte Vertreterinnen und Vertreter auch die Frage: Welcher Standort ist denn überhaupt geeignet, wenn Integration gelingen soll? Menschen auf der Flucht brauchen mehr als nur ein Dach über dem Kopf – sie brauchen ein Umfeld, in dem Teilhabe möglich ist. Das gelingt kaum, wenn sie an die Randzonen gedrängt oder vollständig aus dem sozialen Leben ausgeschlossen werden. Zugleich erinnert die LMU daran, dass es sich bei den betroffenen Personen um schutzbedürftige Menschen handelt – darunter oftmals Familien, Frauen und Kinder. Wie stellen wir uns als Gesellschaft diesen Menschen gegenüber? Und was sagen wir über unsere eigenen Werte aus, wenn selbst kleine, temporäre Unterbringungen in Wohnnähe auf erbitterten Widerstand stoßen? Darüber hinaus weist die Fraktion auf die finanzielle Verantwortung der Gemeinde hin: „Wer keine Unterkünfte bereitstellt, riskiert eine sogenannte Fehlbelegerabgabe in sechsstelliger Höhe. Diese Gelder fehlen dann im Haushalt – z. B. bei der Sanierung von Schulen, in der Vereinsförderung oder im sozialen Bereich.“ Die LMU warnt davor, in der öffentlichen Debatte einseitig emotionale Stimmung zuzulassen, ohne die Konsequenzen für die gesamte Gemeinde mitzudenken. Auch die Kommunikation der Verwaltung sieht die Fraktion kritisch: Obwohl Bürgermeister Uwe Engelsberger persönlich bei einem Gespräch mit Anwohnerinnen und Anwohnern anwesend war, überließ er die öffentliche Stellungnahme seinem Stellvertreter Erik Schweickert. Die einseitige Besetzung von Gesprächen mit Anwohnerinnen und Anwohnern – ohne Einbindung weiterer Gemeinderatsmitglieder – hält die LMU-Fraktion für nicht geeignet, um Vertrauen zu stärken. Die LMU-Fraktion ruft dazu auf, die Diskussion mit gegenseitigem Respekt zu führen und dabei sowohl die berechtigten Sorgen der Anwohnerschaft als auch die Notwendigkeiten aus humanitärer und haushaltspolitischer Sicht in Einklang zu bringen.