Am 19. März 2026 trafen sich auf Einladung der Liste Mensch und Umwelt Mühlacker e.V. sieben LMU-Gruppen aus dem Enzkreis mit insgesamt 18 Teilnehmenden zum zweiten Netzwerktreffen.
Im Mittelpunkt stand das Thema Windkraft mit Argumenten von Befürwortern und Kritikern. Die Referenten Julian Schmidt (BUND Baden-Württemberg) und Roland Jans (Bürgerenergie Mühlacker / Stadtwerke Mühlacker) beleuchteten die verschiedenen Aspekte fundiert und konnten auch verbreitete Befürchtungen mit aktuellen Fakten einordnen. Möchte man ein Windrad bzw. einen Windpark errichten, so ist eines deutlich geworden: Eine möglichst frühzeitige und transparente Einbindung der Bevölkerung – auch in den Nachbargemeinden – ist entscheidend für die Akzeptanz. Neben den optischen Veränderungen in der Landschaft, die Windräder bedingen, spielen dabei Themen wie Flächenbedarf, Infrastrukturmaßnahmen sowie Ängste und Befürchtungen in der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Allerdings konnte bei Themen wie Infraschall, Abrieb und Verschattungen durch die Referenten gezeigt werden, dass faktenbasierte Studien diese Gefahren als sehr gering einstufen. Sollen die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden, so sind neue Formate der Bürgerinformation, wie themenspezifische Infostände hilfreich, um gezielt auf Fragen eingehen zu können und Vertrauen zu schaffen. Auch finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten, etwa über Bürgerenergie-Modelle oder Einnahmen für Kommunen und angrenzende Gemeinden, wurden als wichtiger Baustein genannt.
Deutlich wurde jedoch auch, dass ein Teil der organisierten Windkraftgegner für sachliche Argumente schwer erreichbar ist. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass für eine erfolgreiche Energiewende der Ausbau erneuerbarer Energien und entsprechender Speicherlösungen vorangetrieben werden muss. Neue Gaskraftwerke dürfen dabei nicht in Konkurrenz zu erneuerbaren Energien gehen, sondern als Backup für wind- und sonnenschwache Zeiten vorgehalten werden. Soll die Energiewende gelingen, so waren sich beide Referenten sicher, ist dabei der Ausbau des Stromnetzes sowie die Errichtung von Speichermöglichkeiten von zentraler Bedeutung.
Das nächste Netzwerktreffen ist für den 15. Oktober 2026 geplant, voraussichtlich in Sternenfels. Thema wird die kommunale Wärmeplanung sein.
Die LMU-Gruppen im Enzkreis engagieren sich ehrenamtlich für eine nachhaltige, bürgernahe und ökologische Entwicklung ihrer Gemeinden und möchten ihre Zusammenarbeit weiter stärken.